Herzkatheter- untersuchung / PTCA / Stent-Implantation

Eine Herzkatheteruntersuchung mit Röntgenkontrastmittel wird meist dann notwendig, wenn nach anderen Untersuchungen wie EKG und Echokardiogramm der Verdacht einer Durchblutungsstörung am Herzen besteht und die Ursache dafür ermittelt bzw. die Engstelle lokalisiert werden soll. Es geht vorrangig darum, krankhafte Veränderungen der Herzkranzgefäße, des Herzmuskels, der Herzklappen zu untersuchen. Herzkranzgefäße können sich verschließen infolge einer immer mehr fortschreitenden Gefäßverkalkung und damit die Blutversorgung des Herzmuskels verringern bzw. unterbinden. Blutgefäße kann man allerdings nur mittels Röntgenstrahlen und Kontrastmittel darstellen.

Die Herzkatheteruntersuchung gehört heute zu den Routineverfahren der Kardiologie und wird von uns im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum (AVK) durchgeführt.
Zunächst erfolgt eine Voruntersuchung mit Blutuntersuchung in unserer Praxis, in manchen Fällen ist eine Röntgenaufnahme der Lunge nötig.

Am Untersuchungstag werden Sie stationär im AVK aufgenommen. Im Herzkatheterlabor sind Sie während der Untersuchung wach und können sich mit den Untersuchern unterhalten. Auf Wunsch kann ein Beruhigungsmittel verabreicht werden. Nach Desinfektion der Leistengegend erfolgt die örtliche Betäubung einer der beiden Leisten, meist der rechten. Diese Spritze ist das Einzige, was Sie von der Untersuchung merken. Alles Weitere erfolgt völlig schmerzfrei. Nun wird über eine Einstichstelle in die Beinschlagader ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) zum Herzen vorgeschoben. Durch den Katheter wird Röntgenkontrastmittel in die linke Herzkammer, in die Hauptschlagader, sowie in Herzkranzarterien gespritzt, damit man diese Gefäße auf dem Röntgenbild sichtbar machen kann. Die meisten Menschen haben drei Hauptkranzgefäße: zwei linke und eine rechte Herzkranzader.

Auf dem Röntgenbild erkennt der Arzt, wo die Einengungen oder Verschlüsse sitzen. Die ganze Untersuchung dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Wenn das Ergebnis vorhanden ist, wird der Befund mit ihnen besprochen. Ist alles in Ordnung, kann der Katheter gezogen werden und die Punktionsstelle muss für 6 bis 10 Minuten komprimiert werden, danach erhalten Sie für etwa 6 Stunden einen Druckverband. Anschließend können Sie aufstehen und die Klinik verlassen.

Sind Engstellen entdeckt worden, kann eine Aufdehnung (PTCA, Ballondilatation) des betroffenen Gefäßes notwendig sein. Dabei werden auf demselben Wege wie die vorausgegangene Untersuchung, meist in gleicher Sitzung, Ballonkatheter und zumeist auch Gefäßstützen (Stents) in das betroffene Gefäß gebracht.
Die Untersuchungsdauer verlängert sich dadurch etwas.
Je nach Art und Lokalisation der Verengung kann anschließend auch noch eine medikamentöse Behandlung über eine Infusion erforderlich sein.

Der Arzt wird darüber mit Ihnen sprechen.

Obwohl die Herzkatheteruntersuchung zu den Routineuntersuchungen gehört, kann es manchmal (Wahrscheinlichkeit beträgt weniger als 1 Prozent) zu Komplikationen kommen. Um diese zu minimieren, kommt es auch auf Ihre Mitarbeit an. Sollte sich Ihr Herzschlag während der Kontrastmittelgabe verlangsamen, wird Sie ihr Arzt auffordern zu husten. Dadurch kommt ihr Herz wieder in Gleichklang. Manchmal kann es zu Übelkeit oder einem kurzen Schwindelgefühl kommen, was aber meist gleich wieder abklingt. Aber auch Herzrhythmusstörungen können ausgelöst werden. Durch das Katheterschieben können sich auch Gerinnsel ablösen und – selten zwar – zu Embolien führen.

Sie werden vorher über alles aufgeklärt und seien Sie gewiss, Sie sind während der Untersuchung unter guter Kontrolle. Auf Wunsch erhalten Sie in der Praxis eine Broschüre, in der Sie noch genauere Informationen auch zum Ablauf und zur Organisation bekommen.