Herzinfarkt

Wenn der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff erhält, stirbt er ab. Meist ist ein Blutgerinnsel *) dafür verantwortlich, dass ein oder mehrere Herzkranzgefäße verstopft sind. Das Herz ist nur kurze Zeit in der Lage, den Sauerstoffmangel zu überstehen, das Herz kann nicht mehr pumpen. Ein Herzinfarkt ist die Folge: die häufigste Todesursache in Deutschland überhaupt. Scheinbar kommt der Herzinfarkt aus heiterem Himmel, seine unmittelbaren Begleitsymptome: Stechen und Enge in der Brust, Schmerzen, die in die linke Schulter und den linken Arm ausstrahlen, Atemnot, Schweißausbrüche. Rückenschmerzen, Halsschmerzen, manchmal auch Übelkeit und Bauchschmerzen.

Frauen haben manchmal andere Symptome, deshalb wird häufig bei Ihnen nicht an einen Herzinfarkt gedacht: Ihnen wird übel, sie erbrechen, haben Kopfschmerzen und fühlen sich ähnlich wie bei einer Grippe matt. Diese Zeichen wurden bisher häufig übersehen und die Folge davon ist, dass seit 1984 mehr Frauen als Männer an Herzerkrankungen gestorben sind.

Der Notarzt muss sofort gerufen werden!

Der Gefäßverschluss kann Vorboten haben: Angina pectoris zum Beispiel. Die Enge in der Brust rührt daher, dass der Herzmuskel zu wenig durchblutet ist und daher zu wenig Sauerstoff bekommt, meist unter körperlicher oder psychischer Belastung. Dieser Anfall heißt Angina-pectoris-Anfall, mit speziellen Medikamenten (Nitrate, Betablocker) erweitern sich letztlich die verengten oder verstopften Gefäße, dabei wird der Blutdruck gesenkt, und der Herzmuskel überlebt.

Bei einem Herzinfarkt – und das ist der Unterschied zu Angina pectoris – wird die Sauerstoffzufuhr im Herzen völlig unterbrochen. Dieser Teil des Herzmuskels stirbt ab. Hier hilft nur noch der Notarzt. Bei Herzstillstand sollten Herzmassage und unter Umständen künstliche Beatmung als Reanimierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Notarzt gibt blutverdünnende Medikamente, in der Klinik wird versucht, die verschlossenen Blutgefäße wieder durchgängig zu machen, die Blutgerinnsel aufzulösen oder die Blutgefäße mittels eines Ballonkatheters aufzudehnen. Wer den Infarkt überlebt hat, muss damit rechnen, dass im Herzen Narben zurückbleiben; in ungünstigeren Fällen können Herzrhythmusstörungen auftreten.

*) Eine Vielzahl von Ursachen können zu einem Gefäßverschluss führen, häufig ist eine Gefäßverkalkung = Arteriosklerose verantwortlich